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Nahkampfwaffen

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Diese Schwerter sind von der Spitze bis zum Knauf ca. 1m lang und lassen sich sowohl einhändig als
auch zweihändig führen, sind aber wohl eher als Bastardschwerter und nicht als echte
Eineinhalbhänder zu bezeichnen. Sie haben eine gerade Parierstange und - soweit man das erkennen kann
- einen runden Knauf. Auffällig ist die breite Ausarbeitung, die für ein kopflastiges
hiebstarkes Schwert spricht. In der Darstellung ist jedoch offensichtlich, dass es auch zum Stechen
eingesetzt wurde.
Quelle:
bibliotheca Augustana bzw. Die Ritter ISBN 3-8062-1791-2 S.44 (Deutschland, Ende 12. Jh.)
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Dieses Schwert mißt insgesamt ebenfalls ca. 1m und ähnelt auch sonst in jeder Hinsicht
obigen Schwertern. Einzig erscheint es etwas weniger breit.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Die Schwertlänge beträgt auch hier ca. 1m. Allerdings verjüngt sich die Klinge nach
vorne stärker, was das Schwert weniger kopflastig macht. Die Parierstange ist leicht zur Spitze
hin gebogen. Beides deutet auf eine etwas fortgeschrittene Fechtkunst hin, da ansonsten beide
Veränderungen nutzlos wären.
Quelle: Kelso Charter von der
Timeline der National Library of Scotland (Schottland, 1159)
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Diese Speerträger tragen ca. 120cm lange Spieße. Die Spitze ist blattförmig vorne
spitz zulaufend und eignet sich damit zum Durchstoßen von Kettenhemden.
Durch die Länge läßt sich annehmen, dass diese Speere eher als Stoß- oder Wurfspeere
denn als Lanzen geeignet sind. Trotz der kurzen Reichweite tragen diese Speerträger
keine Schilde im Gegensatz zu Speerträgern germanischer oder keltischer Prägung.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Dieser kurze Speer (ca. 100cm) wird eindeutig mit einem Schild als Stoß- oder Wurfspeer
geführt. Die seitlichen Flügel verhindern ein zu tiefes Eindringen, was eine
Verwendung als Stoßspeer andeutet. Die Waffe wird von einer Burgmauer herab verwendet,
muss also wohl in diesem Fall geworfen werden.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Diese lange Stabaxt ist wohl ein Vorläufer der Hellebarde. Sie ragt deutlich über
die dargestellten Personen hervor, ist also wohl ca. 250cm lang.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Hier wird eine Art langes Messer zusammen mit einem Schild als Kriegswaffe
gegen einen Berittenen eingesetzt.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Schwertscheiden


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Die Schwertscheiden sind als massive (unflexible) Scheiden ausgelegt und hängen an einem eigens
hierfür verwendeten Gürtel, dem Schwertgehänge. Der Gürtel ist nur locker
umgelegt, um der Schwertscheide eine gewisse Bewegungsfreiheit zu lassen und zu verhindern, dass sie
ihren Träger behindert. Die bandförmigen Ornamente im oberen Bereich dienen wohl der
Befestigung und der Verzierung gleichermaßen.
Quelle:
bibliotheca Augustana bzw. Die Ritter ISBN 3-8062-1791-2 S.44 (Deutschland, Ende 12. Jh.)
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Auch diese Schwertscheide ist massiv, jedoch hängt sie nicht an einem Gürtel. Dies ließe
darauf schließen, der Träger wäre kein Ritter, was bei Markward von Annweiler jedoch
nicht zutrifft. Auffällig ist die Farbe der Schwertscheide.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Diese blaue Schwertscheide hat keine Verzierungen, obwohl sie für einen zukünftigen
König gemacht wurde und hier als Repräsentationsobjekt Verwendung findet. Schwertscheiden
wurden also wohl weniger als Zierat betrachtet.
Quelle: Kelso Charter von der
Timeline der National Library of Scotland (Schottland, 1159)
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Fernkampfwaffen
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Der Pfeilköcher dieses Bogenschützen ist ein einfacher strumpfförmiger Sack, der über
ein durch ein Loch geführtes Band am Gürtel befestigt ist. Der Sack hat ca. 50-60cm Länge
und ca. 15cm Durchmesser. Der Bolzenköcher eines ebenfalls abgebildeten Armbrustschützen
sieht genauso aus.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Der hier dargestellte Bogen ist ein stark ausgeprägter Recurve-Bogen mit ausgearbeitetem
Griffstück und eingedrehten Enden. Irritieren ist einzig die herabhängende Sehne. Die Richtung
der eingedrehten Enden spricht eigentlich gegen eine Darstellung im entspannten Zustand.
Der Bogen hat ungefähr die Länge heutiger Recurve-Bogen (ca. 140cm). Die Pfeile sind
besonders durch die lange Spitze ca. 100cm lang
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Diese Armbrust ist ein für heutige Maßstäbe besonders großes Exemplar
(ca. 140cm lang und 120cm breit). Besonders schön sieht man die Gabelung am
Ansatz des Bogens und den groß angelegten Auslösemechanismus. Ein Bolzen ist
leider nicht abgebildet.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Die Stabschleuder findet als sehr alte Waffe im Mittelalter offenbar weiterhin
Verwendung. Hier handelt es sich um einen ca. 120cm langen Stab, an dessen Ende
die Schleuder befestigt ist. Der Stab dient als Verlängerung des Arms und gibt der
Schleuder somit mehr Schwung.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Diese Schleuder rundet das Bild ab. Sämtliche Formen von Schleudern sind
also durch das Liber ad honorem augusti belegt. Diese typische Handschleuder
hat eine Länge von ca. 60cm und wird mit faustgroßen Geschossen bestückt.
Das dickere Ende verbleibt wohl in der Hand, während das dünnere Ende davongeschleudert
wird.
Auf der nächsten Seite findet sich eine weitere Schleuder, die zusammen mit einem
Schild geführt wird und eindeutig im Krieg bei der Belagerung einer Burg eingesetzt
wurde.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Hier wird eindeutig ein einfacher Stein als Kriegswaffe verwendet, die ein gerüsteter
Krieger, der mit einem Schild geschützt ist, von den Burgzinnen herab auf die
Angreifer wirft. Der Zweck macht die Waffe.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Schilde


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Diese Schilde sind ca. 80-90cm hoch und ca. 50-60cm breit. Die Kanten sind deutlich nach innen
gebogen und die Ränder sind verstärkt. Augenscheinlich wurde ein Teil der Schilde bereits
mit Wappen versehen, während das Gros wohl unverziert war. Auffällig ist die Tragweise
der Schilde. Durch den Riemen kann man das Schild um den Hals hängen, um beide Hände
für den Kampf frei zu haben. Allerdings ist bei dieser Haltevorrichtung unklar, wie man das
Schild kontrolliert als Schutz vor sich halten kann.
Quelle:
bibliotheca Augustana bzw. Die Ritter ISBN 3-8062-1791-2 S.44 (Deutschland, Ende 12. Jh.)
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Diese drei Schilde hängen an den Mauern eines Wehrturmes, in dem Fürst Roger
gefangengehalten wird. Auffällig ist der unterschiedliche Verzierungsgrad,
der ja auch bei der Kampfszene im Jungfrauenspiegel zu sehen ist. Im Gegensatz
zu den dortigen Schilden handelt es sich hier um mandelförmige Schilde. Wenn der
Größenvergleich zur daneben stehenden Person gültig ist, sind die Schilde zwischen
80 und 100cm hoch.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Rüstungen und Helme
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Die Kettenrüstung umhüllt den Träger wortwörtlich von Kopf bis Hand und Fuß.
Eine Unterteilung in verschiedene Teile (Kettenhaube, Hauberk etc) ist hier nicht zu erkennen, was
aber wohl eher an der Darstellung liegt. Schön zu sehen ist, dass die Beinlinge bis zum
Oberschenkel hinaufreichten. Helm oder Haube ist auf dieser Darstellung zwar zu erahnen aber nicht
näher zu spezifizieren.
Quelle:
bibliotheca Augustana bzw. Die Ritter ISBN 3-8062-1791-2 S.44 (Deutschland, Ende 12. Jh.)
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Die hier abgebildeten Nasalhelme unterscheiden sich nicht in ihrer Grundform. Das Nasal
geht in jedem Fall bis zum Mund herunter. Ob der Helm allerdings rund oder konisch und
ob er mit einem Kreuz oder anderweitig verziert ist, scheint unterschiedlich zu sein.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Die abgebildete Rüstung eines Reiterkriegers besteht aus einem vollständigen Kettenpanzer.
Zu erkennen ist, dass die Kettenbeinlinge vom Rest getrennt sind. Die Beinlinge scheinen
eingearbeitete Füßlinge zu haben. Das langärmelige Kettenhemd geht bis zu den Knien
herunter und scheint teilweise eingearbeitete (Finger-)Handschuhe zu haben. Bei einigen
Zeichnungen erscheint das Kopfteil vom Rest getrennt zu sein. Jedenfalls geht der Kettenpanzer
bis über den Mund nach oben.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Diese Darstellung der heruntergezogenen Kettenhaube läßt den Schluß zu, dass die Haube
tatsächlich als Kapuze am Kettenhemd befestigt war. Eine einzelne Kettenhaube, die von
oben angezogen wird, wird wohl eher nicht so herabgeklappt.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Antwerk
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Große Schleudern auf Türmen finden sich in diesem Dokument häufig als
Hintergrundzeichnungen ohne eigenen erzählerischen Wert. Anscheinend waren diese
Befestigungswerke also zumindest im Königreich Sizilien sehr üblich. Im Gegensatz
zu Bliden scheint hier die Schlinge beim Abwurf gelöst zu werden, wie es bei
Handschleudern der Fall ist.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Dieser Bildausschnitt zeigt eine der großen Schleudern im Einsatz.
Das Mittelstück steht auf einem Dreibein. Oben an diesem Dreibein ist der Wurfarm
durch eine Haltekonstruktion gesteckt. Hinten füllt ein Knecht die Schleuder mit
Wurfmaterial. Vorne ziehen acht gerüstete an Zugseilen den Wurfarm nach unten.
Ein Halten der Spannung wie bei typischen Bliden ist nicht festzustellen, das
Geschoß wird nur durch Schwung geschleudert.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Sonstiges
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Das an einem Speer befestigte Banner ist hier sehr genau ausgearbeitet.
In Originalgröße ist das (vermutlich) aufgenähnte Kreuz sehr gut zu erkennen.
Die Befestigung ist bestenfalls zu erahnen.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Sattel und Zaumzeug unterscheiden sich dem Augenschein zufolge nicht wesentlich
von den heutigen. Einzig der Sattel erscheint mir vorne und hinten etwas höher.
Die Tatsache, dass es sich bei dem Pferd um einen Esel handelt, ist hier eine
absichtliche Verunglimpfung des Reiters Fürst Tankred.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Dieses besonders schöne Pferd hat einen aufwändigen Sattel und reiche Zierbänder.
Im Gegensatz zu den runden Steigbügeln des anderen Pferdes auf fol.100r haben diese
Steigbügel eine dreieckige Grundform. Die Haltung des Pferdes deutet auf eine gute
Ausbildung hin - insbesondere, da es seinem gefallenen Reiter (dem unglücklichen
Fürst Tankred) ausweicht.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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Die meisten Reiter werden mit eindeutig zu erkennenden Sporen abgebildet. Sie scheinen
nicht nur praktisch zum Reiten zu sein, sie scheinen eher auch den Träger als Reiter
auszuweisen.
Quelle:
Liber ad honorem augusti (Italien, 1196)
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